Literatur und Kunst

Frauenpower im Pfarrhaus

Bemaltes Jacket, bemalte T-Shirts Der Künstlerin zu Ehren hat Kreishandwerksmeister Rolf Nagel ein Jackett aus dem Schrank geholt, das er seit Jahrzehnten besitzt. „Das hat Viola bemalt“, weist er auf die Bergwelt hin, die sich über seinen Rücken spannt. Da muss Viola noch mitten in ihrer „blauen Phase“ gesteckt haben, denn am Fuß der Berge […]

Es ist ganz einfach da

  Wie soll man ein Bauchgefühl in Worte fassen? Das passiert mir eigentlich nur noch selten: dass mir die Worte fehlen. Beziehungsweise, dass ich etwas kaum in Worte fassen kann. Manches spürt man intuitiv und wenn man es dann packen und in Worte fassen will flutscht es einem durch die Finger. So geht es mir […]

Die berührten Unberührten

Premiere „Changes“ – am Stadttheater Pforzheim – mit Uraufführungen von Damian Gmür („45“) und Odbayar Batsuuri („Falling Faces“) – Wiederholung am 3. Juli Es sind ungewohnte, lang nicht gehörte Geräusche im großen Saal des Stadttheaters. Die Klatscher werden aber gleich wieder unterbunden. Applausverbot. Das Corona-Virus könnte ja geweckt werden. Das wäre schade, dringen doch die […]

Wenn die Katze Bote wird

Nichts für “Weicheier” Wer schwache Nerven hat wird bei diesem Buch in die Knie gehen. Das steht fest. „Als ich aus der Zeit fiel“ ist keine leichte Kost. Menschen mit blühender Fantasie oder mit einem hohen Maß an Empathie werden jede Zeile des Gelesenen selbst durchleben. So ging es mir. Aber das wundert mich nicht. […]

Tanz zwischen Topfpflanzen

„Being human“ – wir sind alle Menschen Das waren noch Zeiten, als man ins Stadttheater Pforzheim gehen konnte, um sich Schulter an Schulter in ein gemeinsames Tanzerlebnis zu begeben. Wer die Uraufführung von „Die vier Jahreszeiten“ unter der Regie des Ballettdirektors Guido Markowitz gesehen hat, die am 25. Januar zum ersten Mal auf der großen […]

Nichts für schwache Nerven

Wintertöchter Auch wenn der Titel „Wintertöchter“ lautet: Es dürfte der Autorin Mignon Kleinbek und auch ihrer Verlegerin Silke Boger vom Verlag „pinguletta“ inzwischen warm ums Herz geworden sein. Sehr warm. Denn die Beiden haben einen Volltreffer gelandet. Mit ihrem Debütroman, von dem es inzwischen drei Teile gibt, hat sich die in Baden-Württemberg lebende Mignon Kleinbek […]

Buchstabensuppe

Erst muss der Ofen kalt sein Das muss man aushalten können: Mindestens einen Tag zu warten, bis man weiß, ob man ein gutes Händchen hatte. Denn erst, wenn die Luke des Brennofens geöffnet werden darf weiß Anja Oberrauch, wie das Ergebnis ihrer Bemühungen aussieht. Und das kann auch mal schief gehen, denn die Künstlerin, die […]

Sogar Warten liefert Stoff

Bei den Fotografen ist das so: Die haben einfach einen Blick fürs Motiv. Im Kopf macht es Klick, bevor die Kamera überhaupt ausgepackt ist. Bei Hatto Zeidler aus Knittlingen ist in Gedanken schon das erste Stichwort notiert, bevor der den Block in der Hand hält. Wer feine Antennen hat und auch feine Nuancen des menschlichen […]

Aalglatt ist anders…

Will heißen: Aalglatt liest es sich nicht… aber hinterher ist man um einiges schlauer. Und hey, wenn der Aal es schafft, sich von seinem Geburtsort in der Sargassosee (im nordwestlichn Teil des Atlantik) als larvenartiges Wesen mit winzigem Kopf und dem Aussehen eines Weidenblatts vom Golfstrom geschaukelt tausende Kilometer bis an die europäischen Küsten innerhalb […]

Schwarz, schwärzer, Villa

Nacht-und Nebel-Aktion Die Aktion von Andreas Sarow brachte ihm bundesweit Aufmerksamkeit in allen Schattierungen der Medienwelt und war sicher eine seiner besten: die Schwarze Villa. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion im  September 2015 verwandelte er eine renovierungsbedürftige (weiße) Villa  inmitten strahlend weißer Objekte von Gutbetuchten im Pforzheimer Rodgebiet in ein „schwarzes Schaf“ (Zitat) . Und Claudia Konrad […]

Der See, in dem man nicht nass wird

Miau, Miau, Miau Aber Hoppla, da miaut es ganz schön im Atelier der Pforzheimer Künstlerin Anina Gröger. Es sind allerdings eher eingebildete Laute, denn die 15 Mietzen in ihrem Atelier sind als winzige Gestalten in gemalter Version fixiert. Allerdings in frechen Posen. Sie klettern auf Bäumen umher, sitzen faul im Gras oder tarnen sich sogar […]

Mario weiß alles!

Dieses Ding mit der ewigen Sehnsucht Es ist doch immer das Gleiche mit den Menschen – oder mit den Frauen? Nicht totzukriegen, diese vermaledeite Suche nach dem Glück –  am besten noch an der starken Schulter eines Mannes. Gut, nicht alle sind so. Oder zumindest nicht immer. Laura allerdings schon: Die Protagonistin von Gerd Schäfer […]

Alfons muss an die frische Luft!

Eigenlob stinkt? Na ja, wenn man sich denn lobt. Und das vielleicht auch noch über den grünen Klee. Ich will die Beurteilung einer eigenen Publikation nicht übernehmen. Das wäre dann doch etwas komisch. Deshalb stinkt es auch nicht (zum Himmel). Allerdings muss man eines als so genannter Freelancer auch lernen: in eigener Sache die viel […]

Die Schönheit der Linie

Ich höre sie schon, die Kommentare: “Das kann doch jeder” – “Das ist Kunst?” Aber solche Leute können mit Kunst wie der von Gerhard Sonns eh nichts anfangen. Klar sieht man – objektiv betrachtet – erst mal nur ein schwarzes Wollknäuel aus Linien. Oder etwas, das aussieht wie Altpapier, das man am Rand der Straße […]

Der kleine Große

Ich gebe es zu: Als ich vor 16 Jahren oder so (schlechtes Zeitgedächtnis) nach Pforzheim gezogen bin habe ich mich zunächst gewundert, wo denn bitte die Goldstadt sein soll… (um zu merken, dass erstens nicht alles Gold ist was glänzt und zweitens das Gold dieser Stadt nicht nur auf Schmuck bezogen werden muss, sondern auf […]

Owens: Der Gesang der Flusskrebse

Man kauert mit ihr hinter dem Dornenbusch, man watet mit ihr gluckernd durch einen Brackwassertümpel, man späht mit ihr durch den Nebel, der sich in den Eichen und Kiefern verfängt, man spürt mit ihr der Stille zwischen den Palmettopalmen nach und genießt den bedächtigen Flügelschlag des Reihers, der die Haut zu streicheln scheint, man lässt […]

Ein Teppich, in Beton gewickelt

Bunt, schrill, zahm, geradlinig, verworren, verwirrend, überraschend, Staunen auslösend, glücksgefühlige Kunst in vier Hallen: die „art Karlsruhe“. Vielleicht ist es ganz gut, wenn man da einfach seinen Kopf ausschaltet und seinem Gefühl folgt. Das sagt mir nach einigen Jahren der Kunstbetrachtung – wohlgemerkt aus einer Liebe und einer Hingabe heraus, nicht aus wissenschaftlicher Lupen-Betrachterei: weniger […]

Ian McEwan: Die Kakerlake

„…jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Kakerlaken wäre rein zufällig.“ Wer Ironie knapp an der Grenze zu Sarkasmus mag sollte jetzt weiterlesen. Man merkt im Lauf der nächsten 121 Seiten: Lachen kann so befreiend sein. Lachen sprengt den engen Gürtel, der sich angesichts sehr ernüchternden, um nicht zu sagen: unglaublichen Nachrichten aus Deutschland, aus aller […]

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